Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf Bankkunden in Deutschland

Aktuelle Informationen

Wir von der Sparda-Bank Berlin verurteilen in aller Schärfe den Angriff Russlands auf die Ukraine. Wir sind zutiefst besorgt darüber, dass die russische Regierung die Grenzen eines souveränen Landes und somit die Friedensordnung in Europa in Frage stellt. Wir stehen geschlossen an der Seite der Bundesregierung, der Europäischen Union und allen Partnern, die sich für Demokratie und Frieden einsetzen. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine.

Die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte sind zum jetzigen Zeitpunkte schwer abzuschätzen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Sie in dieser Zeit mit allen notwendigen Informationen zu begleiten. Hier finden Sie einen Überblick, was gerade in der Finanzwelt passiert und welche Auswirkungen der Angriff auf die Ukraine darauf hat.

 

Wirtschaft

Welche Auswirkungen gibt es auf den Euro?

Die europäische Währung bleibt stabil. Unmittelbar nach der russischen Invasion wertete der US-Dollar gegenüber dem Euro zwar etwas auf. Große Änderungen im Außenwert sind aber bislang ausgeblieben. Für die Stabilität der Gemeinschaftswährung spricht, dass die Euroraum-Staaten in der Krise geschlossen auftreten und Sanktionen gegenüber Russland ergreifen.

Wie entwickelt sich unsere Wirtschaft, steigt die Inflation?

Die Krise wirkt sich auf die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands über verschiedene Kanäle aus. Die erhöhten Energiepreise stellen eine ernste Belastung dar, da sie die Kaufkraft der Privathaushalte und die Ertragslage der Unternehmen dämpfen. Mit der Invasion steigt auch das Risiko, dass die Inflationsrate länger erhöht bleibt als zuvor erwartet. Auch dürfte der unmittelbare und mittelbare Handel mit Russland und der Ukraine merklich belastet werden. Zudem sind die zuvor bereits hohen wirtschaftlichen Unsicherheiten im Zuge der Eskalation des Konflikts nochmals gestiegen, mit dämpfender Wirkung auf das Investitionsklima. Insgesamt ist mit einem niedrigeren Wirtschaftswachstum hierzulande zu rechnen. Als Reaktion auf gestiegene Energiepreise hat die Regierungskoalition ein Entlastungspaket beschlossen. Demzufolge sollen die Bundesbürger ab Juli die Ökostrom-Umlage nicht mehr zahlen. Für Pendler ist ab dem 21. Kilometer eine höhere Pauschale von 38 Cent rückwirkend zum Jahresbeginn vorgesehen.


Geldanlage und Altersvorsorge

Ist meine Altersvorsorge gesichert?

Die private Altersvorsorge sollte auf ein breit gestreutes Anlagespektrum aufbauen. Haben Sie einen Riester-Vertrag abgeschlossen, so gilt ohnehin per Gesetz, dass die eingezahlten Beträge zum Beginn der Auszahlungsphase garantiert sind. Auch die Leistungen der gesetzlichen Rente in Deutschland bleiben vom Krieg in der Ukraine unberührt.

Ist mein Geld noch sicher?

Sparerinnen und Sparer in Deutschland brauchen sich keine Sorgen um die Sicherheit ihrer Einlagen, beispielsweise auf Giro- oder Sparkonten, zu machen. In Deutschland stehen die nationalen Sicherungssysteme für die ihnen anvertrauten Einlagen ein. Sie erfüllen umfangreiche gesetzliche und EU-weit harmonisierte Anforderungen. Das Einlagensicherungssystem des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), dem alle Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken, Kirchenbanken oder andere deutsche Genossenschaftsbanken angeschlossen sind, funktioniert seit Jahrzehnten erfolgreich und reibungslos. Dabei ist der gesetzlichen Einlagensicherung, die pro Kunde und Bank bis zu 100.000 Euro absichert, der Institutsschutz vorgelagert. Dieses Zusammenwirken ergibt für die Kundinnen und Kunden größtmögliche Schutzwirkung für Einlagen bei deutschen Genossenschaftsbanken. Weitere Details finden Sie auf die Homepage des BVR unter www.bvr.de/se beziehungsweise auf der Website der BVR Institutssicherung www.bvr-institutssicherung.de.

Was bedeutet die Inflationsentwicklung für Sparguthaben?

Für Sparer sind steigende Teuerungsraten herausfordernd. Während die Zinsen auf absehbare Zeit unter dem Einfluss der extremen Geldpolitik der EZB noch historisch niedrig bleiben dürften, bewegt sich die Inflation auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten. Folge ist, dass sich mit dem Ersparten in Zukunft weniger Güter und Dienstleistungen finanzieren lassen. Aktuell ist es schwer vorherzusagen, wie lange die Inflation erhöht bleiben wird sowie wann und ob die EZB ihre Zinsen wieder erhöhen wird. Um den richtigen Anlagemix für die individuellen Sparziele und entlang der persönlichen Risikoneigung zu finden, eignet sich ein Beratungsgespräch bei Ihrer Sparda-Bank Berlin.

Soll ich jetzt meine Wertpapiere verkaufen?

Die weitere Börsenentwicklung kann niemand voraussehen. Insgesamt sind die Finanzmärkte durch den Krieg von einer deutlich höheren Volatilität geprägt. Aber in Panik zu verkaufen, ist selten ein guter Rat. Eine Aktienstrategie ist aber immer langfristig auf mehrere Jahre ausgerichtet. Anlageentscheidungen sollten mit Bedacht getroffen werden. Daher ist es sinnvoll zunächst Ruhe zu bewahren, die Entwicklung zu beobachten und Entscheidungen über eventuelle Änderungen der eigenen Anlagestrategie wohlüberlegt zu treffen.

Wie sicher ist Gold in Krisenzeiten?

Das Edelmetall Gold scheint vielen Anlegern als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten. Da es als Rohstoff in der Produktion verwendet werden kann, verliert es trotz Preisschwankungen seinen Wert nie ganz. Der Nachteil: Für Gold gibt es weder Zinsen noch Dividenden. Auch ist der Goldkurs im Zeitverlauf sehr starken Schwankungen unterworfen.

Was ist mit Alternativen wie Investitionen in Kryptowerte?

Anleger sollten sich der enorm hohen Risiken solcher Investments bewusst sein und sich nicht von Versprechen einer außergewöhnlich hohen Rendite blenden lassen. Oft stecke Betrug dahinter, warnt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin): „Das ‚sichere, schnelle Geld‘ gibt es nicht“. Investments in Kryptowerte wie Bitcoin, Ether und Co. seien hoch spekulativ und ebenso riskant. Es drohe möglicherweise der Totalverlust des eingesetzten Geldes, warnt die Behörde.


Zahlungverkehr

Was ist beim Zahlungsverkehr zu beachten, auch bei Reisen nach Russland?

Vor Reisen in die betroffenen Gebiete informieren Sie sich beispielsweise auf der Website des Auswärtigen Amts www.auswaertiges-amt.de, auf der Sie Sicherheitshinweise, Reisewarnungen, Einreise- und Zollbestimmungen in regelmäßiger Aktualisierung vorfinden. Wenden Sie sich darüber hinaus bei spezifischen Fragen zum Auslandszahlungsverkehr gerne direkt an Ihren persönlichen Berater oder unseren Kundenservice. Der Zahlungsverkehr erfolgt unter Beachtung der im Kontext des Krieges in der Ukraine geltenden Sanktionsvorgaben und im Rahmen der zur Verfügung stehenden Zahlungsverkehrssysteme.

Welche Auswirkungen hat der Ausschluss Russlands aus SWIFT?

Das in Belgien ansässige Unternehmen SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) stellt die technische Infrastruktur zur Verfügung, damit Finanzinstitute zum Beispiel länderübergreifend bargeldlose Transaktionen wie Überweisungen tätigen können. Deutschland, die USA, Frankreich, Kanada, Italien, Großbritannien und die EU-Kommission haben als weitere Sanktionsmaßnahme den Ausschluss russischer Finanzinstitute aus SWIFT beschlossen. Damit werden insbesondere alle russischen Banken, die bereits von der internationalen Gemeinschaft sanktioniert sind, von den internationalen Finanzströmen ausgeschlossen. Für Bankkunden in Deutschland, die Dienstleistungen des Zahlungsverkehrs an Banken, die nicht auf der Sanktionsliste stehen (insbesondere russische Banken), nutzen, ändert sich nichts, da diese Transaktionen weiterhin wie bisher erfolgen.

Welche Auswirkungen hat der Rückzug von Mastercard und Visa aus Russland?

Mastercard® und Visa haben bekannt gegeben, dass beide Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit in Russland einstellen.

  • Alle unsere Kreditkarten von Mastercard und Visa sind innerhalb von Russland nicht mehr einsetzbar.
  • Alle Kreditkarten von Mastercard und Visa, die von Kreditinstituten innerhalb Russlands ausgestellt wurden, können außerhalb Russlands nicht mehr eingesetzt werden. Auch die Zahlung mit GooglePay, ApplePay und Paypal ist mit diesen Karten nicht mehr möglich.
  • Die Einstellung der Geschäftstätigkeit betrifft auch die Produkte V Pay und Maestro. Somit ist auch ein Einsatz unserer BankCards in Russland nicht mehr möglich.

Die Umsetzung erfolgte bei Visa bereits mit Wirkung zum 5. März und Mastercard folgt in den nächsten Tagen. Bereits seit der letzten Woche werden an unseren Geldautomaten keine Karten akzeptiert, die von EU-sanktionierten Banken ausgegeben wurden.

(Stand: 10. März 2022)

Was ist für eine Kontoeröffnung für Flüchtlinge aus der Ukraine notwendig?

Kundeninformationen zur Eröffnung eines Girokontos:  

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat informiert, dass für ukrainische Flüchtlinge auf Basis eines gültigen ukrainischen Personalausweises ("Identity Card") ein Basiskonto eröffnet werden kann.

Ein weiterer Nachweis zur Aufenthaltsberechtigung ist, abweichend zu den Vorschriften für die Legitimationsprüfung für Bürger aus Drittstaaten, in diesem Fall nicht erforderlich.


Weitere Informationen

DEVK versichert Flüchtlinge in Privathaushalten

Ab sofort sind Geflüchtete in Haushalten von DEVK-Versicherten genauso geschützt wie Angehörige.

  • Gebäudeversicherung: Wer privat eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus für Geflüchtete zur Verfügung stellt, muss nichts am bestehenden Vertrag verändern.
  • Hausratversicherung: Hausrat von ukrainischen Zufluchtssuchenden ist automatisch mitversichert.
  • Haftpflichtversicherung: Besteht eine private Haftpflichtversicherung, versichert die DEVK die ukrainischen Gäste über die private Haftpflichtversicherung mit - auch dann, wenn nur eine Single-Haftpflichtversicherung besteht.
  • Rechtsschutz: Nimmt ein Versicherter ukrainische Flüchtlinge bei sich auf, kann die telefonische Rechtsberatung auch für diese in Anspruch genommen werden.

Alle diese Deckungserweiterungen gelten durch unseren Partner DEVK zunächst befristet bis 31. Dezember 2022. Ausgenommen ist die GDV-Regelung in der Kfz-Versicherung. Diese ist zunächst bis zum 31. Mai 2022 begrenzt.

(Alle Angaben ohne Gewähr)


Spenden für die Ukraine

Weil jede Spende hilgt.

Die Sparda-Banken spenden gemeinsam 120.000 Euro für die Menschen aus der Ukraine. Zusätzlich unterstützen wir als Sparda-Bank Berlin regionale Projekte mit insgesamt 50.000 Euro im Rahmen der humanitären Hilfe für Geflüchtete aus dem Krisengebiet der Ukraine.

Auch Sie können helfen!

Das Deutsche Rote Kreuz stellt umfassende Hilfsmaßnahmen für die Bevölkerung in der Ukraine bereit, um Leben zu schützen und Menschen in Not zu versorgen. Auch Sie können mit einer Spende helfen. Über den folgenden Link gelangen Sie zur offiziellen Spendenseite des DRK.


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