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Können Banken eine Anschlussfinanzierung ablehnen?

16.02.2026 • Lesedauer 8 Minuten • Letzte Aktualisierung 16.02.2026 • Autor: Sparda-Bank Berlin Online Redaktion

Anschlussfinanzierung: Warum eine Zusage nicht selbstverständlich ist

Eine Anschlussfinanzierung wird immer dann interessant, wenn die Zinsbindung eines bestehenden Kredits endet und noch eine Restschuld übrig ist. Sie stellt sicher, dass der Kreditnehmer sein Darlehen weiter abbezahlen kann, entweder bei seiner bisherigen Bank oder bei einem anderen Anbieter. Doch ist das wirklich so einfach, wie es klingt, oder dürfen Geldinstitute eine Anschlussfinanzierung ablehnen?

Personen auf einer Couch freuen sich, denn Ihre Anschlussfinanzierung wurde nicht abgelehnt
Können Banken eine Anschlussfinanzierung ablehnen?

Wann Banken eine Anschlussfinanzierung verweigern können

Eine Anschlussfinanzierung ist nicht automatisch garantiert. Es gibt kein spezifisches Gesetz, aus dem sich ein rechtlicher Anspruch ableiten lässt. Ob Ihre Bank Ihnen ein solches Darlehen gewährt, entscheidet sie nach einer Prüfung Ihrer individuellen Situation. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, die im Einzelfall zu einer Zusage oder eben auch zu einer Ablehnung führen können. Zu den häufigsten Absagegründen gehören:

  • rückständige Kreditraten
  • Zahlungsprobleme bei früheren Darlehen
  • häufige Rücklastschriften
  • negativer Schufa-Eintrag
  • kein unbefristeter Arbeitsvertrag
  • zu niedriges oder zu wenig frei verfügbares Einkommen
  • unregelmäßiges Einkommen (v. a. Selbstständige, Freiberufler)
  • Änderungen interner Kreditrichtlinien (z. B. verschärfte Vergabekriterien)

    Die Chancen auf eine Zusage steigen, wenn Sie der Bank ein stimmiges und gut nachvollziehbares Gesamtbild Ihrer finanziellen Situation vermitteln. Doch auch mit einer Absage ist nicht alles verloren.
fairster baufinanzierer

Was tun, wenn eine Bank eine Anschlussfinanzierung ablehnt?

Sollte Ihre Bank die Folgefinanzierung ablehnen, ist es ratsam, die genauen Ursachen mit Ihrem zuständigen Berater zu klären. Oft findet sich bereits in diesem Gespräch eine Möglichkeit, die Nachfinanzierung der Restschuld doch noch auf den Weg zu bringen.

Ist zum Beispiel ein negativer SCHUFA-Eintrag der Grund, lohnt sich eine sorgfältige Prüfung. Holen Sie schnellstmöglich eine aktuelle Auskunft ein und lassen Sie veraltete Vermerke löschen sowie etwaige Fehler korrigieren. Bewertet die Bank Ihr frei verfügbares Einkommen als zu gering, kann es helfen, die Kreditsumme zu verringern oder die Laufzeit zu verlängern. Beides reduziert die monatliche Belastung.

Eine weitere Lösung könnte darin bestehen, Ihrer Bank zusätzliche Sicherheiten anzubieten. Bank- oder Wertguthaben eignen sich hierfür ebenso wie eine rückkaufbare Kapitallebensversicherung. Verfügen Sie weder über das eine noch über das andere, erkennen viele Banken auch Bürgen an. Außerdem können Sie Ihre Bonität verbessern, indem Sie Sollsalden auf Konten ausgleichen oder weitere bestehende Kredite ablösen.

Lehnt Ihre Bank die Finanzierung weiterhin ab, steht es Ihnen frei, Angebote anderer Kreditinstitute einzuholen. Die Konditionen für die Anschlussfinanzierung unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter, sodass durchaus die Chance besteht, anderswo eine Zusage zu erhalten.


Was Sie tun können, um das Risiko für eine Ablehnung zu minimieren

Um eine Ablehnung von vornherein zu vermeiden, ist es sinnvoll, frühzeitig für eine stabile Ausgangslage zu sorgen. Dazu gehört es, Ihre Unterlagen vollständig und aktuell einzureichen und Ihrer Bank ein stimmiges Gesamtbild Ihrer finanziellen Situation zu vermitteln. Eine rechtzeitige Überprüfung Ihrer SCHUFA stellt sicher, dass Unstimmigkeiten erkannt und geklärt werden, bevor sie sich nachteilig auf den Entscheidungsprozess auswirken.

Wenn Sie darüber hinaus darauf achten, Ihre Konten nicht zu überziehen, bestehende Kredite im Blick behalten und relevante finanzielle Veränderungen transparent kommunizieren, schaffen Sie gute Voraussetzungen für eine Zustimmung. Des Weiteren kann es sich empfehlen, Vergleichsangebote anderer Banken einzuholen. Zum einen können Sie so die Konditionen Ihres Kreditinstituts besser einschätzen. Zum anderen gehen Sie mit deutlich mehr Gelassenheit in die Gespräche, weil Sie wissen, welche Alternativen es gibt, falls Ihre Bank die Folgefinanzierung ablehnen sollte.

Warum eine frühzeitige Planung der Anschlussfinanzierung unerlässlich ist

Idealerweise beginnen Sie schon drei bis fünf Jahre vor Laufzeitende Ihres Kredits damit, sich mit der weiteren Finanzierung Ihrer Restschuld zu befassen. Das gibt Ihnen ausreichend Gelegenheit, die Entwicklung des Zinsmarktes zu beobachten und Angebote zu vergleichen. Zudem bleibt Ihnen genügend Zeit, Ihre Unterlagen zu aktualisieren, offene Fragen mit Ihrem Bankberater zu klären und mögliche Veränderungen in Ihrer finanziellen Situation einzuordnen.

Warten Sie, bis Ihre Bank Ihnen ein Angebot schickt, ist es in der Regel zu spät, sich um alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu kümmern. Frühestens fünf Jahre und spätestens ein Jahr vor Auslaufen des Erstkredits können Sie beispielsweise ein sogenanntes Forward-Darlehen abschließen und sich damit langfristige Planungssicherheit und günstige Zinsen sichern. Sechs bis zwölf Monate vor Laufzeitende ist eine Umschuldung zu einer anderen Bank möglich, allerdings nur, wenn Ihre Finanzierung bereits länger als zehn Jahre läuft. Grundlage hierfür ist das Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB. Diese Variante empfiehlt sich, wenn Sie durch den Wechsel von besseren Konditionen profitieren können.

Planen Sie keinen Bankenwechsel, können Sie etwa ein Jahr vor Ablauf der Zinsbindung ein Prolongationsangebot bei Ihrer Hausbank einholen. Diese möchte spätestens drei Monate vor Ende der Zinsbindung wissen, wie Sie Ihren laufenden Kredit weiterführen wollen.

Wie kann ein Bankberater bei der Anschlussfinanzierung helfen?

Obwohl es mittlerweile problemlos möglich ist, die Folgefinanzierung komplett online abzuschließen, kann es in vielen Situationen sinnvoll sein, einen Berater hinzuzuziehen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie individuelle Fragen klären wollen oder Ihnen das Hintergrundwissen fehlt, um verschiedene Optionen sicher einzuordnen. In solchen Fällen bietet das persönliche Gespräch zusätzliche Orientierung und hilft dabei, eine für Sie passende Lösung zu finden.

Ihr Bankberater erklärt Ihnen die unterschiedlichen Finanzierungsmodelle, legt dar, welche Optionen sich für Sie am besten eignen, und hilft, Vertragsbedingungen realistisch einzuordnen. Darüber hinaus sorgt er dafür, dass alle benötigten Unterlagen vollständig vorliegen und der Prozess reibungslos abläuft. Damit ist die Gefahr deutlich geringer, dass Banken Ihre Anschlussfinanzierung ablehnen.

Fazit: Anschlussfinanzierung ist kein unüberwindbares Hindernis

Lehnt Ihre Bank Ihre Folgefinanzierung ab, ist das ein ernstzunehmendes, aber kein unlösbares Problem. Indem Sie sich frühzeitig über Alternativen informieren, alle verfügbaren Optionen sorgsam gegeneinander abwägen und sich bei Unklarheiten von einem Experten unterstützen lassen, können Sie eine Lösung finden, die zu Ihren individuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen passt. Eine gute Vorbereitung stärkt Ihre Entscheidungsfähigkeit und stellt sicher, dass Sie auch bei einer Ablehnung handlungsfähig bleiben.

Die Sparda-Bank Berlin bietet im Bereich der Anschlussfinanzierung regionale Nähe und verlässliche Betreuung. Bei uns haben Sie einen festen Ansprechpartner vor Ort, der Ihre Situation einschätzen kann und gemeinsam mit Ihnen passende Finanzierungsmöglichkeiten erarbeitet. Diese enge Begleitung sorgt dafür, dass Sie sich gut aufgehoben fühlen und eine Anschlusslösung finden, die sowohl finanziell als auch organisatorisch funktioniert.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu: Können Banken eine Anschlussfinanzierung ablehnen?

Welche Folgen hat eine fehlende Anschlussfinanzierung?
  • Ohne neue Finanzierung kann Ihre Bank den Kredit sofort kündigen und die Restschuld einfordern. Damit drohen hohe Zinsen für eine Zwischenfinanzierung und etwaige finanzielle Schwierigkeiten.

Wie hoch sind die Zinsen bei der Anschlussfinanzierung?
  • Die Zinsen hängen von der Marktlage zum Zeitpunkt des Abschlusses ab. Sie richten sich nach der allgemeinen Zinsentwicklung und den individuellen Konditionen der Banken.

Welche Unterlagen sind für die Folgefinanzierung erforderlich?
  • Neben Ihrem aktuellen Darlehensvertrag benötigen Sie Einkommensnachweise, Kontoauszüge, Angaben zur finanzierten Immobilie und eine Übersicht der bestehenden Schulden.

Beeinflusst der Immobilienwert die Anschlussfinanzierung?
  • Ist der Wert Ihrer Immobilie nach Abschluss Ihres Darlehens gestiegen, kann das zu besseren Konditionen führen, weil sich damit die Sicherheit für Ihre Kreditgeber erhöht.

Ist es sinnvoll, bei der Folgefinanzierung Eigenkapital einzubringen?
  • Senken Sie mit Eigenkapital Ihre verbliebenen Schulden, verringert sich das Risiko für Ihre Bank. Das kann sich zinssenkend auswirken.

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