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Kauf einer Bestandsimmobilie: Ist eine energetische Sanierung bei Erwerb sinnvoll?

09.03.2026 • Lesedauer 10 Minuten • Letzte Aktualisierung 09.03.2026 • Autor: Sparda-Bank Berlin Online Redaktion

Ältere Immobilien entsprechen oft nicht den heutigen energetischen Anforderungen. Wer ein solches Haus kauft, steht vor der Frage, welche Sanierungsmaßnahmen wirtschaftlich und strategisch sinnvoll sind. Gleichzeitig ist die Entscheidung über die energetische Sanierung nicht völlig frei, denn bestimmte Verbesserungen sind nach dem Eigentumsübergang gesetzlich vorgeschrieben und müssen innerhalb klarer Fristen umgesetzt werden.

Vater hält Holzdach über den Kopf der Familie
Vater hält Holzdach

Energetische Sanierung im Überblick und warum sie beim Immobilienkauf relevant ist
  • Die energetische Sanierung dient dazu, die Energieeffizienz einer Immobilie zu steigern, um den Bedarf an Energie für Heizung und Warmwasser zu senken und dadurch langfristig Heizkosten und CO2-Emissionen zu reduzieren. Typische Maßnahmen sind:

    • Dämmung von Fassade, Dach und Kellerdecke
    • Austausch alter Fenster und Türen gegen energieeffiziente Modelle
    • Austausch veralteter Heizkessel gegen umweltfreundliche Heizsysteme
    • Einbau von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung

Verpflichtende Sanierungsmaßnahmen

Als Neueigentümer einer Immobilie müssen Sie eine nachträgliche Dachsanierung durchführen lassen, wenn der U-Wert des Dachs über 0,24 W/(m2*K) liegt. Zudem sind Öl- und Gasheizkessel ohne Brennwert- oder Niedertemperaturtechnik zu ersetzen, die älter als 30 Jahre sind. Ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben ist die Dämmung warmwasserführender Rohre in unbeheizten Räumen. Ausnahmen gelten, wenn die Maßnahmen nicht machbar oder wirtschaftlich unzumutbar sind oder wenn der Denkmalschutz Grenzen setzt.

Beim Immobilienkauf ist die verpflichtende energetische Sanierung von Bedeutung, weil sie innerhalb von zwei Jahren nach dem Grundbucheintrag abgeschlossen sein muss und erhebliche Zusatzkosten verursachen kann. Deshalb sollten Sie den Erwerb einer Bestandsimmobilie sorgfältig abwägen und die Maßnahmen von Beginn an in die Finanzierung einbeziehen.

fairster baufinanzierer

Freiwillige Sanierungsmaßnahmen

Sind Sie nach dem Kauf einer Immobilie nicht zur energetischen Sanierung verpflichtet, lohnt es sich dennoch, über Verbesserungen nachzudenken. Sinnvoll ist in der Regel alles, was den Energieverbrauch sinken lässt. Eine Außenwanddämmung kann ebenso dazugehören wie das Dämmen der Kellerdecke oder die Sanierung der Heizungsanlage. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung kann helfen, die Reihenfolge der Sanierungsmaßnahmen festzulegen. Zum Beispiel rechnet es sich kaum, eine funktionierende Heizung zu sanieren, wenn die Wärme durch ungedämmte Außenwände verloren geht.

Energetische Sanierung bietet klare Vorteile, hat aber auch Nachteile

Die Vorteile der thermischen Sanierung sind vielfältig. Zum einen lassen gedämmte Wände, neue Fenster oder eine effizientere Heizung die monatlichen Energiekosten sinken. Zum anderen verbessern die Maßnahmen das Raumklima, da die Temperaturen stabiler bleiben und weniger Feuchtigkeit und Zugluft auftreten. Darüber hinaus ist der energetische Zustand ein zentraler Faktor für den Immobilienwert. Ein besserer Energieausweis erhöht die Attraktivität des Gebäudes, was sich bei sowohl bei einem späteren Verkauf als auch bei einer Vermietung rechnen kann.

Eine vorausschauende energetische Sanierung bringt zudem eine größere Zukunftssicherheit. Gesetzliche Anforderungen können sich verschärfen. Indem Sie frühzeitig handeln, schaffen Sie Planungssicherheit und vermeiden späteren Kosten- und Zeitdruck.

Bei den Nachteilen stehen vor allem die hohen Kosten im Vordergrund. Je nach Maßnahme kann es Jahre bis Jahrzehnte dauern, ehe sich die Investitionen über eingesparte Energie rechnen. Hinzu kommt ein nicht unerheblicher Planungsaufwand. Energieberatung, Anträge zur Förderung, das Abstimmen mit Handwerkern und teils lange Lieferzeiten kosten Zeit und Nerven. Nicht zu unterschätzen ist die Baustellenbelastung. Aufwendige Arbeiten bedeuten oft eine eingeschränkte Nutzung der Immobilie sowie Lärm und Staub über einen längeren Zeitraum hinweg.

Kosten für die energetische Sanierung mit einer Förderung senken

Je nach Größe und Alter der Immobilie kann eine energetische Sanierung mehrere tausend oder auch zehntausend Euro kosten. Es gibt jedoch verschiedene staatliche Förderungen, mit denen sich der finanzielle Aufwand deutlich senken lässt. Zu den wichtigsten zählen:

  • Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen (BEG EM)
  • Heizungsförderung für Privatpersonen - Wohngebäude (Zuschuss 458)
  • KfW-Kredit 261 - Wohngebäude (Effizienzhaus)

 

Die Förderprogramme werden regelmäßig angepasst. Daher lohnt sich vor Antragstellung ein Blick auf die aktuellen Konditionen. Alternativ zu Zuschüssen können Sie die Steuerermäßigung nach § 35c EStG nutzen, die aber nicht mit BEG-Zuschüssen kombinierbar ist. Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) wirkt sich ebenfalls kostensenkend aus. Er wird zu 50 Prozent gefördert und erhöht die Zuschüsse für alle darin enthaltenen Einzelmaßnahmen um fünf Prozent.

Regionale Unterschiede beim Kauf: Energiezustand und Sanierungsdruck im Vergleich

Die Wahrscheinlichkeit, dass nach einem Hauskauf eine energetische Sanierung notwendig oder zumindest sinnvoll ist, variiert je nach Region. Die Unterschiede zeigen sich sowohl in der Bestandsqualität und den Energieeffizienzklassen als auch im Sanierungsdruck und den regionalen Förderkulissen.

Ostdeutsche Städte schneiden hinsichtlich der Energieeffizienz oft besser ab als westdeutsche. In Schwerin liegen nur 5,1 Prozent der zum Kauf stehenden Bestandsobjekte in den schlechtesten Klassen F bis H. In Rostock sind es 8,4 und in Dresden neun Prozent. Das bedeutet, dass Käufer dort häufiger energetisch bessere Gebäude finden und seltener sofort umfassend sanieren müssen. Im Süden Deutschlands liegen Städte wie München, Landshut und Freiburg im Breisgau bei ebenfalls guten 15 bis 20 Prozent.

Westdeutsche Regionen zeigen deutlich höhere Problemquoten. In Hamburg fallen 44 Prozent der inserierten Immobilien in die Klassen E bis H, in Düsseldorf 45 Prozent. Bundesweit am höchsten ist der Sanierungsbedarf in kleineren Städten wie Emden (72 Prozent) und Wilhelmshaven (84 Prozent).

Unter den deutschen Metropolen hat Leipzig die Nase vorn. Hier haben nur 15 Prozent der angebotenen Objekte die Klassen E bis H. Berlin liegt mit 33 Prozent im Mittelfeld.

Tendenziell am höchsten ist der Sanierungsstau in strukturschwachen ländlichen Regionen. Im Landkreis Siegen-Wittgenstein (Nordrhein-Westfalen) fallen 70 Prozent der inserierten Wohnimmobilien in die schlechtesten Klassen F bis H. Im Kreis St. Wendel im Saarland sind es sogar 73 Prozent. Hingegen sind das Alpenvorland, das Allgäu, die Bodensee-Region, das Breisgau und der Schwarzwald mit 20 bis 35 Prozent wesentlich besser aufgestellt.

 

Woher kommen die regionalen Unterschiede?

Ein wesentlicher Faktor ist das Alter des Gebäudebestandes. Typischerweise haben Regionen mit zahlreichen Altbauten aus der Nachkriegszeit oder den 1950er bis 1970er Jahren die schlechtesten Energiekennwerte. In Ostdeutschland wurden allerdings viele Immobilien dieser Altersgruppe nach der Wiedervereinigung im Rahmen von Aufbau Ost saniert. Diese Modernisierungswelle prägt den Bestand bis heute.

Der Süden hat einen vergleichsweise jungen und gut gepflegten Gebäudebestand. Viele Wohngebäude stammen aus den 1970er bis 1990er Jahren. Zu dieser Zeit lagen die energetischen Mindeststandards schon deutlich höher als in den Nachkriegsjahrzehnten. Auch das kühle Winterklima spielt eine Rolle. Je kälter es ist, desto höher sind die Heizkosten und umso eher rechnet sich eine energetische Sanierung.

 

Was bedeuten die regionalen Unterschiede für Hauskäufer?

In Gegenden, in denen viele Häuser den Energieeffizienzklassen F bis H zugeordnet sind, müssen Käufer oft mit kurzfristigem Sanierungsbedarf rechnen, sei es, um gesetzliche Vorgaben einzuhalten oder um hohe laufende Energiekosten zu umgehen. In Regionen mit überwiegend besseren Energieklassen sind die Kaufpreise zwar häufig höher, dafür ist der unmittelbare Sanierungsdruck geringer. Um unschöne Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie:

  • den Energieausweis genau prüfen (Klasse, Baujahr, Heiztechnik, Endenergiebedarf)
  • langfristige Klimavorgaben berücksichtigen (Je schlechter die Energieeffizienzklasse, desto eher ist die energetische Sanierung verpflichtend.)
  • regionale Förderprogramme checken
  • einen möglichen Sanierungsstau im Blick haben (Verpflichtende Sanierungsmaßnahmen müssen innerhalb der gesetzlichen Frist abgeschlossen sein. Das Problem, Handwerker zu bekommen, liegt beim Immobilienkäufer.)

 

Energetische Sanierung mit der Sparda-Bank Berlin: Alle Optionen auf einen Blick

Ist beim Kauf bereits erkennbar, dass eine energetische Sanierung verpflichtend wird, lässt sich diese direkt in die Baufinanzierung für den Hauskauf integrieren. Gleiches gilt, wenn Sie sinnvolle Maßnahmen nach dem Erwerb zeitnah freiwillig durchführen wollen. Möchten Sie sich mit der Sanierung noch etwas Zeit lassen oder zeigt sich die Notwendigkeit erst bei der Nutzung, bietet sich eine Anschlussfinanzierung an. Sie ermöglicht es, den bestehenden Kredit zu stabilen Konditionen zu verlängern oder zu erweitern und so spätere Maßnahmen unkompliziert in die Finanzierung aufzunehmen.

Die Sparda-Bank Berlin ist in der Region fest verankert und bietet feste Ansprechpartner, die Sie persönlich durch die Finanzierung des Hauskaufs und der energetischen Sanierung begleiten. Mit uns erhalten Sie eine fundierte Einschätzung, welche Finanzierungsform zu Ihrer Immobilie und zum geplanten Sanierungsumfang passt, und gewinnen eine verlässliche Grundlage für langfristige Entscheidungen.

Fragen und Antworten

Wie erkenne ich, ob bei einer Immobilie eine verpflichtende Sanierung ansteht?
  • Wertvolle Hinweise liefert der Energieausweis, der das Baujahr, die vorhandene Heiztechnik und die Effizienzklasse anzeigt. Wurde das Gebäude vor 1978 errichtet und/oder ist die Heizung älter als 30 Jahre, ist eine energetische Sanierung meist unumgänglich.

Wie kalkuliere ich die Kosten für die energetische Sanierung realistisch?
  • Schätzen Sie den energetischen Zustand der Immobilie anhand von Energieausweis, Baujahr und Heiztechnik ein und lassen Sie auf dieser Grundlage Angebote von Fachbetrieben erstellen. Ergänzend sollten Sie typische Kostenbereiche für Dämmung, Fenster oder Heizung berücksichtigen und mögliche Fördermittel von BAFA und KfW prüfen.

Wie lange dauern typische energetische Sanierungen?
  • Je nach Aufwand der Maßnahmen kann die Dauer von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten variieren.

Welche Rolle spielt der Denkmalschutz bei energetischen Sanierungen?
  • Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist eine energetische Sanierung nur zulässig, wenn sie das historische Erscheinungsbild und die Bausubstanz nicht beeinträchtigt. Maßnahmen müssen mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt und oft speziell angepasst werden.

Welche regionalen Besonderheiten berücksichtigt die Sparda-Bank Berlin bei der Beratung zur energetischen Sanierung?
  • Wir beziehen typische Gebäudestrukturen in Berlin und Brandenburg, lokale Sanierungsstände und regionale Fördermöglichkeiten in die Beratung ein. So erhalten Sie eine Finanzierungsempfehlung, die zu den Bedingungen vor Ort und zum energetischen Zustand Ihrer Immobilie passt.

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