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Forward-Darlehen: Sicherheit oder kostenintensiver Fehler?

10.02.2026 • Lesedauer 6 Minuten • Letzte Aktualisierung 10.02.2026 • Autor: Sparda-Bank Berlin Online Redaktion

Vereinfacht ausgedrückt ist ein Forward-Vertrag eine strategische Option, um sich im Rahmen der Anschlussfinanzierung schon heute die Zinsen für morgen zu sichern. Haushalte, bei denen in den kommenden Monaten oder Jahren die Zinsbindung der Baufinanzierung ausläuft, können damit Unsicherheiten in ihrer Budgetplanung deutlich reduzieren und von einer finanziellen Stabilität profitieren. Unser Ratgeber zeigt, wie das Darlehen funktioniert, welche Vor- und Nachteile zu bedenken sind und welche Kriterien bei der Entscheidung eine Rolle spielen.

TIsch voller Rechnung zu einem Forward-Darlehen
Forward-Darlehen: Sicherheit oder kostenintensiver Fehler?

Fordward-Darlehen - auf einen Blick!
    1. Ein Forward-Vertrag ist ein Darlehen, bei dem der Zinssatz bereits lange Zeit vor dem tatsächlichen Finanzierungsbedarf festgelegt wird.
    2. Es bietet Planungs- und Zinssicherheit und schützt bei der Anschlussfinanzierung vor steigenden Bauzinsen.
    3. In der Zeit zwischen Vertragsabschluss und Auszahlung zahlen Kreditnehmer weder Zinsen noch Tilgung.

Das Forward-Darlehen und seine Bedeutung

In der Praxis wird dieses Darlehen in erster Linie für die Anschlussfinanzierung verwendet. Damit ist jener Teil einer Immobilienfinanzierung gemeint, der dann greift, wenn die ursprüngliche Zinsbindung Ihrer Hausbank ausläuft und noch eine Restschuld besteht. Konditionen wie der Zinssatz und die Laufzeit werden beim Forwarddarlehen bereits weit vor dem Zeitpunkt, an dem das Darlehen benötigt wird, vertraglich festgelegt. Das heißt: Sie schließen heute den Vertrag ab, der tatsächliche Auszahlungstermin der Darlehenssumme liegt aber in der Zukunft. In der Regel geschieht dies 12 bis 60 Monate vor Ablauf der bestehenden Zinsbindung einer laufenden Baufinanzierung. Organisatorisch handelt es sich dabei um ein Annuitätendarlehen.

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Funktionsweise und Ablauf

Der Abschluss eines Forward-Kredits erfolgt in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten und ähnelt grundsätzlich dem Vorgehen bei einer klassischen Anschlussfinanzierung. Man analysiert zunächst die bestehende Baufinanzierung und die verbleibende Restschuld nach dem Ende der aktuellen Zinsbindung. Auf dieser Grundlage unterbreiten die Banken ihren Kunden dann ein Angebot, bei dem der Zinssatz für die zukünftige Anschlussfinanzierung bereits im Voraus festgelegt wird. Der Vertrag für das Darlehen kann dann sofort geschlossen werden, allerdings erfolgt die Auszahlung erst zu dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt, wenn die laufende Finanzierung endet. Gut zu wissen: Sie sind nicht verpflichtet, sich ausschließlich an Ihre bisherige Hausbank zu wenden. Ein Forward-Vertrag kann auch bei anderen Banken abgeschlossen werden. Die Sparda-Bank Berlin bietet im Rahmen ihrer Anschlussfinanzierung ebenfalls Darlehen als Forward-Vertrag an und begleitet ihre Kunden dabei mit einer persönlichen Beratung vor Ort. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot!


Das Forward-Modell und seine Vorteile

  • Sie können sich den aktuell verfügbaren Zinssatz für die Zukunft sichern, bevor die Zinsbindung Ihres bestehenden Darlehens bei Ihrer Hausbank ausläuft. Vor allem dann, wenn mit steigenden Zinsen gerechnet wird, sorgt dies für eine hohe Sicherheit.
  • Sollte das Zinsniveau bis zum Zeitpunkt der tatsächlichen Anschlussfinanzierung steigen, haben Sie dieses Risiko bereits abgesichert.
  • Forward-Verträge können bei vielen Banken mehrere Monate bis zu fünf Jahren im Voraus abgeschlossen werden, was Ihnen viel Zeit für Überlegungen und organisatorische Schritte lässt.
  • Bei einer passgenauen Abstimmung erfolgt die Ablösung der bisherigen Restschuld ohne jegliche Finanzierungslücke.


Das Forward-Konzept und seine Nachteile

  • Auch bei einem Forward-Abschluss sind eine Bonitätsprüfung und ein Grundschuldeintrag erforderlich, ein gewisser administrativer Aufwand fällt also auch hier an.
  • Falls die Marktzinsen wider Erwarten sinken, könnte ein vorab vereinbarter Zinssatz nachträglich ungünstig erscheinen.
  • Wenn Sie das Darlehen nicht zum vereinbarten Zeitpunkt abnehmen, weil Sie beispielsweise während der Vorlaufzeit kündigen oder verkaufen, können die Banken eine Nichtabnahmeentschädigung verlangen.

Das sollten Sie bei einem Forward-Vertrag beachten

Ein Forward-Vertrag kann zwar eine sinnvolle Ergänzung Ihrer Baufinanzierungsstrategie sein, dennoch sollten Sie vorab einige Gesichtspunkte prüfen. Zwei wichtige Kriterien sind beispielsweise die persönliche finanzielle Stabilität und die weitere Lebensplanung. Sind Ihre Einkünfte und finanziellen Rahmenbedingungen über einen längeren Zeitraum mit hoher Wahrscheinlichkeit stabil, kann ein Forward-Darlehen helfen, mögliche Budgetrisiken zu begrenzen. Sollten jedoch in den nächsten Jahren größere Lebensveränderungen absehbar sein, ist Vorsicht geboten. Prüfen Sie außerdem, mit welcher Vorlaufzeit das Darlehen für Sie Sinn macht. Bei vielen Banken ist der Abschluss sogar mehr als fünf Jahre vor Ablauf der aktuellen Zinsbindung möglich. Aber: Kürzere Vorlaufzeiten reduzieren den Forward-Aufschlag, längere Vorlaufzeiten erhöhen ihn. Lassen Sie sich diesbezüglich gerne von der Sparda-Bank Berlin beraten! Ebenso sollten Sie die Restschuld-Höhe einkalkulieren, denn je höher sie zum Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung ist, desto größer ist letztendlich auch der absolute Effekt von Zinsänderungen.

 

Wann ist ein Forward-Darlehen sinnvoll?

Wenn Sie Wert auf eine langfristige Kostenkontrolle legen, kann Ihnen ein Forward-Abschluss dabei helfen, Ihre künftigen Monatsraten stabil zu halten. Es ist auch dann eine sinnvolle Option, wenn Sie davon ausgehen, dass die Bauzinsen bis zum Ende Ihrer aktuellen Zinsbindung steigen werden. Möchten Sie vermeiden, sich in letzter Minute um ein passendes Angebot für eine Anschlussfinanzierung zu kümmern, kann dieses Darlehen ebenfalls Entlastung bringen.

Das Forward-Darlehen bei der Sparda-Bank Berlin

Als regional verwurzelte Bank bietet Ihnen die Sparda-Bank Berlin eine persönliche Beratung und Unterstützung bei Ihrer Anschlussfinanzierung mit dem Forward-Kredit. Um Ihre individuellen Bedürfnisse und Ziele zu analysieren und gemeinsam passende Lösungen für die Konditionen und die Laufzeit zu entwickeln, stehen Ihnen vor Ort kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.

Fazit: Mehr Planungssicherheit und Zinssicherung

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Forward-Kredit in unsicheren Zinsphasen eine sehr gute Sicherheit bieten kann. Vor allem dann, wenn mit steigenden Bauzinsen gerechnet wird oder eine langfristige finanzielle Planung gewünscht ist, dient es als sinnvolle Alternative zur klassischen Anschlussfinanzierung.

Fragen zum Forward-Darlehen

Was kostet ein Forward-Darlehen?
  • Zusätzlich zum vereinbarten Zinssatz wird meist ein Zinsaufschlag erhoben, der je nach Vorlaufzeit und Marktlage variiert.

Muss ich das Forward-Darlehen bei meiner eigenen Hausbank abschließen?
  • Nein, Sie können zu allen Banken gehen, die diese Form der Anschlussfinanzierung im Angebot haben. Ob Sie bei uns bereits Kunde sind oder nicht, die Sparda-Bank Berlin ist gerne für Sie da.

Wie lange im Voraus kann ein Forward-Darlehen abgeschlossen werden?
  • Die Vorlaufzeiten reichen von einigen Monaten bis hin zu fünf Jahren.

Was passiert, wenn die Immobilie vor Beginn der Forward-Periode verkauft wird?
  • In einem solchen Fall würde die bestehende Finanzierung üblicherweise vorzeitig abgelöst. Dann wären die genauen Regelungen zum Vertrag zu prüfen.

Welche Rolle spielt die regionale Beratung bei der Entscheidung für einen Forward-Kredit?
  • Eine regionale Beratung ermöglicht es, individuelle Finanzierungsparameter und Konditionen, die lokalen Marktbedingungen sowie die persönlichen Präferenzen gemeinsam zu prüfen. Dadurch können die Vertragsdetails zielgerichteter und individueller abgestimmt werden.

Wir sind für Sie da