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Prolongation

22.01.2026 • Lesedauer 7 Minuten • Letzte Aktualisierung 22.01.2026 • Autor: Sparda-Bank Berlin Online Redaktion

Prolongation Ihrer Baufinanzierung - So gelingt die Anschlussfinanzierung bei der Hausbank

Bei vielen Baufinanzierungen endet die Zinsbindung nach vielen Jahren. Zugleich stellt sich in diesem Zuge die Frage der Anschlussfinanzierung. Eine Möglichkeit ist hierbei die sogenannte Prolongation bei Ihrer bisherigen Bank. Doch worum handelt es sich dabei konkret, welche Vorteile ergeben sich daraus und welche Risiken sollten beachtet werden?

Während des Sonnenuntergangs steht eine Familie zusammen vor der Baustelle ihres Hauses
Immobilienkredit

Prolongation auf einen Blick
    1. Bei Prolongationen handelt es sich um Vertragsverlängerungen, mit deren Hilfe laufende Baufinanzierungen bei derselben Bank fortgeführt werden können. Durch diese bequeme Form der weiterführenden Finanzierung verhindern Sie einen Bankwechsel, während zugleich der bestehende Darlehensvertrag zu neuen Konditionen - insbesondere mit Blick auf Zinsen und Laufzeit - fortgeführt wird.
    2. Der Ablauf ist denkbar einfach, da Ihr Finanzinstitut in jedem Fall rechtzeitig Kontakt zu Ihnen suchen und Ihnen ein Angebot machen wird. Stimmen Sie zu, unterschreiben Sie die neue Zinsvereinbarung und Ihr Darlehen läuft nahtlos mit dem neuen Zinssatz weiter. Zugleich erfordert dieser Schritt keine erneute Bonitätsprüfung oder einen Grundbucheintrag, wodurch Sie Kosten und Zeit sparen.
    3. Trotz aller Vorzüge ist es ratsam, auch Alternativen ins Auge zu fassen. Denn so bequem eine Prolongation auf den ersten Blick auch erscheinen mag, lohnt sich mitunter ein Wechsel zu einem anderen Finanzinstitut, wenn dieses deutlich geringere Zinsen bietet. Bei steigenden Zinsen kann es entsprechend sinnvoll sein, rechtzeitig eine Umschuldung zu einem anderen Anbieter vorzunehmen.

Was ist eine Prolongation?

Der Begriff selbst bedeutet nichts anderes als Verlängerung. Im Bereich der Baufinanzierung handelt es sich dabei konkret um die Verlängerung eines laufenden Darlehensvertrags. Läuft die Zinsbindung Ihrer Finanzierung aus und es bleibt eine Restschuld, können Sie diese per Prolongation weiterfinanzieren, anstatt zu einem neuen Kreditinstitut zu wechseln. Im Vergleich zu einer Umschuldung, die mit einem Wechsel der Bank einhergeht, bleibt das bestehende Verhältnis zu neuen Konditionen erhalten. Lediglich der Zinssatz sowie die Zinsbindung werden unter Einbeziehung der restlichen Darlehenslaufzeit neu definiert.

Ein aktuelles Beispiel der Verbraucherzentrale Hamburg verdeutlicht, warum das Thema so wichtig ist und mögliche Optionen genau geprüft werden sollten: Im Jahr 2015 schloss eine Familie eine Finanzierung zu einem Zinssatz von 1,7% ab. Zehn Jahre später offeriert die Bank nun einen Prolongationszins von 3,4%. Somit verdoppelt sich der Zinssatz, was gleichbedeutend mit einer stark steigenden Monatsrate ist.

fairster baufinanzierer

Allgemeiner Ablauf einer Prolongation

In der Regel meldet sich Ihr Kreditinstitut bereits mehrere Monate vor Ende der Zinsbindung bei Ihnen. Per Gesetz ist diesbezüglich vorgeschrieben, dass die Kontaktaufnahme spätestens drei Monate vor dem Ende der Zinsbindung stattfinden muss. Dabei werden Ihnen direkt die neuen Konditionen des Prolongationsangebots genannt, die es nachfolgend zu prüfen gilt. Erscheint Ihnen der vorgeschlagene Zinssatz zu hoch, lohnt sich eine geschickte Verhandlungsstrategie in vielen Fällen. Oftmals ist die Hausbank bereit, das erste Angebot nachzubessern, sofern Sie in der Lage sind, günstigere Vergleichsangebote anderer Banken vorzulegen. Sagt Ihnen das neue Angebot zu, müssen Sie lediglich die neue Vereinbarung unterschreiben. Der Vorteil hierbei ist der Umstand, dass eine Prolongation zumeist mit einem geringen bürokratischen Aufwand einhergeht. Weder müssen Sie erneut Unterlagen einreichen noch wird die Grundschuld geändert. Ihr Darlehen läuft also nahtlos zu den neuen Konditionen weiter.


Wann lohnen sich Prolongationen?

Ob sich eine Prolongation für Sie lohnt, ist primär von Ihrer individuellen finanziellen Situation sowie dem Angebot Ihrer Hausbank abhängig. Grundsätzlich lässt sich allerdings sagen, dass Prolongationen meist dann sinnvoll sind, wenn das Angebot der Hausbank konkurrenzfähig ist und Sie sich dadurch Aufwand ersparen möchten. Dies ist der Fall, wenn:

  • Ihre Hausbank Ihnen ein Zinsangebot im Bereich des üblichen Marktniveaus macht. Durch die Verlängerungen sparen Sie sich die Mühe und Kosten, die mit einem Wechsel einhergehen.
  • lediglich noch eine geringe Restschuld offen ist und der Nutzen einer Umschuldung in keinem Verhältnis zum Aufwand steht.
  • Sie bei Ihrer vertrauten Bank bleiben möchten, deren Service schätzen und Wechselkosten vermeiden möchten.

Potenzielle Risiken und Nachteile

Obwohl eine Verlängerung beim bisherigen Kreditgeber praktisch sein mag, ist es wichtig, dass Sie auch die möglichen Risiken kennen. Der größte Nachteil einer Prolongation ist dabei zweifelsohne die Entstehung möglicher Mehrkosten. Ohne zuvor einen Vergleich anzustellen, kann es schnell passieren, dass Sie einen unnötig hohen Zinssatz akzeptieren und künftig deutlich höheren Raten ausgesetzt sind, die es zu begleichen gilt. Ein weiterer Punkt ist die geringere Flexibilität: Meist werden die bisherigen Vertragsbedingungen fortgeführt. Wünschen Sie hingegen neue Konditionen, kann es passieren, dass Ihre Bank Ihnen bei den Verhandlungen diesbezüglich nicht entgegenkommt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Prolongation?

In den meisten Fällen ist es ratsam, sich rechtzeitig um eine Anschlussfinanzierung zu kümmern. Spätestens drei Monate vor Ende der Zinsbindung muss die neue Finanzierung per Gesetz stehen. Besser ist es jedoch, sich eher damit auseinanderzusetzen, da dies gleich mehrere Vorteile mit sich bringen kann. Insbesondere in Phasen steigender Zinsen besteht die Möglichkeit, durch rechtzeitiges Handeln zu profitieren. Je nach Kreditinstitut ist es möglich, eine Prolongation bereits 12 Monate im Voraus abzuschließen. Eine Alternative hierzu ist das sogenannte Forward-Darlehen, bei dem Sie einen Anschlusszins bereits bis zu fünf Jahre im Voraus vereinbaren können. Durch etwaige Optionen können Sie mitunter vom aktuellen Zinsniveau profitieren und umgehen das Risiko, dass dieses in der Zwischenzeit steigt.

Unsere Angebote zur Anschlussfinanzierung und Baufinanzierung

Die Sparda-Bank Berlin unterstützt Sie umfassend bei der Planung Ihrer Anschlussfinanzierung. Sie können Ihr bestehendes Immobiliendarlehen bequem bei uns prolongieren, ohne hierfür erneut eine Kreditwürdigkeitsprüfung durchlaufen zu müssen. Dank eines Vergleichs von über 400 Partner-Darlehensgebern können Sie bei uns stets von einem aktuellen und auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Angebot profitieren. Zudem haben Sie die Möglichkeit, auf eine vorzeitige Zinssicherung zuzugreifen. Mit einem Forward-Darlehen können Sie sich bis zu 60 Monate vor Ende der Zinsbindung die aktuellen Zinsen für die Zukunft sichern.

Neue Baufinanzierung mit der Sparda-Bank Berlin

Auch für neue Bauvorhaben sind wir Ihr verlässlicher Ansprechpartner. Als Genossenschaftsbank bieten wir Ihnen eine persönliche Beratung vor Ort sowie digital und faire Konditionen für Ihr künftiges Immobilienprojekt - vom ersten Konzept bis hin zur letzten Zinsrate. Dabei haben Sie zudem die Option, staatliche Fördermittel wie KfW-Programme in die Baufinanzierung einzubinden. Kurzum: Wir begleiten Sie kompetent und transparent auf dem Weg in die eigenen vier Wände.

Fazit: Vielfältige Optionen für die Anschlussfinanzierung

Eine Prolongation ist eine bequeme Form, um die Finanzierung der eigenen vier Wände ohne großen Aufwand fortzusetzen. Zugleich solle sie mit Bedacht genutzt werden. Indem Sie Angebote vergleichen und mit Ihrer Hausbank frühzeitig verhandeln, können Sie eine bestmögliche Ausgangssituation schaffen. Wenn Ihre Hausbank Ihnen ein faires Angebot macht, profitieren Sie von der unkomplizierten Verlängerung. Andernfalls stehen Ihnen Alternativen wie eine Umschuldung offen.

Fragen zu Prolongationen

Was ist der Unterschied zwischen Prolongation und Umschuldung?
  • Bei einer Prolongation steht die Idee im Mittelpunkt, einen bestehenden Kreditvertrag bei der bisherigen Hausbank aufrechtzuerhalten. Eine Umschuldung hingegen basiert auf einem Wechsel zu einem neuen Kreditgeber, um dort von günstigeren Konditionen zu profitieren.

Muss ich das Prolongationsangebot meiner Bank annehmen?
  • Grundsätzlich besteht keine Verpflichtung, das Angebot anzunehmen. Sofern Ihnen das Angebot Ihrer Hausbank nicht zusagt, sollten Sie rechtzeitig eine alternative Finanzierung abschließen, um die Restschuld weiterhin fristgerecht bezahlen zu können.

Kann ich das Prolongationsangebot verhandeln?
  • Auch wenn dies in erster Linie abhängig von Ihrem Finanzdienstleister ist, ist es oftmals möglich. Zwar besteht kein Anrecht darauf, doch kommen viele Kreditinstitute Ihren Kunden diesbezüglich entgegen. Mit einem günstigeren Konkurrenzangebot in der Hand zeigen sich viele Banken bereit, ihr Angebot nachzubessern, um Sie als Kunden zu halten.

Wann sollte ich mich um die Anschlussfinanzierung kümmern?
  • Spätestens drei Monate vor Ende der bestehenden Zinsfrist muss eine neue Finanzierung sichergestellt sein. Ratsamer ist jedoch, sich bereits sechs bis zwölf Monate vor der Frist mit den Angeboten auseinanderzusetzen. Grundsätzlich gilt: Je früher Sie sich informieren, desto mehr Zeit haben Sie, um in Ruhe die optimale Lösung zu finden.

Lohnt sich ein Bankenwechsel bei geringer Restschuld?
  • In den meisten Fällen lohnt sich ein Wechsel in etwaigen Situationen nicht, da die potenziellen Ersparnisse im Vergleich zum Aufwand und möglichen, damit verbundenen Gebühren eher gering ausfallen können.

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